Innovationsmanagement – von der Idee zum Erfolg

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April 18, 2016

In einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld ist die Notwendigkeit von Innovationen unbestritten. Man denke nur an die durch den unaufhaltsamen Trend der Digitalisierung und Industrie 4.0 bevorstehenden Herausforderungen und Entwicklungen. Oder an den immer heftiger werdenden (nicht zu gewinnenden) Wettkampf um die niedrigsten Stundensätze. Trotzdem haben bisher nur die wenigsten Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor ein nachhaltiges Innovationsmanagement installiert. Aber ohne das Setzen konkreter Maßnahmen in Sachen Innovation wird ein Unternehmen mittel- bis langfristig kaum überleben können. In diesem Beitrag wird dargestellt, wie sich Dienstleistungsunternehmen aufstellen sollen, um sich zu einem innovativen überlebensfähigen Unternehmen zu entwickeln.

Mehr als 70 Prozent der gesamten Wertschöpfung im deutschsprachigen Raum werden mit Dienstleistungen erbracht. Davon beträgt der Anteil der wissensintensiven Dienstleister mehr als 40 Prozent. Dazu zählen Facility Management, Industrieservice, technische Beratung und Forschung, Steuerberater, Rechtsanwälte, Versicherungen, Finanzdienstleister, Kommunikation, Werbung, Gesundheit, Kultur und viele mehr.

Innovation bedarf Kultur und Ressourcen

Innovation steht für Neuerung. Im Gegensatz zur Erfindung spielt nicht nur die Neuheit, sondern auch die erfolgreiche Umsetzung am Markt oder in der eigenen Organisation eine Rolle. Änderungen im und um das Unternehmen wie neue Technologien, Digitalisierung, Internationalisierung, neue Gesetze beziehungsweise behördliche Auflagen und so weiter sind Herausforderungen, bieten aber auch viele neue Chancen durch Innovation. Die Verbesserung oder Einführung von neuen Dienstleistungen, internen Prozessen oder Geschäftsmodellen bieten neue Ertrags- und Wachstumsmöglichkeiten. Und genau diese Potenziale sollen auch Dienstleistungsunternehmen nutzen. Innovation wird oft ausschließlich mit der Industrie, Google, Apple, 3M oder BASF in Verbindung gebracht. Doch Innovationen warten überall auf ihre Entdeckung.

Innovationen sind das Ergebnis kontinuierlicher und sehr strategischer Arbeit. Es bedarf daher der richtigen Unternehmenskultur genauso wie der notwendigen Ressourcen – aber es zahlt sich aus. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen: Es wird notwendig werden, Innovation zu leben!

Die fünf wichtigsten Aufgaben zu strategischen Entwicklungen

Erfolgreiche Unternehmen, die sich dem Thema Innovation verpflichtet fühlen, haben ein Innovationsmanagementsystem implementiert. Ein Innovationsmanagementsystem soll aus dem Marktumfeld, dem Technologieumfeld und dem Unternehmensumfeld Impulse und Ideen aufgreifen und diese in erfolgreiche Innovationen transferieren. Die Beschreibung eines solchen Systems ist sehr umfassend und würde den Umfang dieses Fachbeitrages sprengen. Deshalb beschränkt sich der Beitrag auf fünf wesentliche und laufend durchzuführende Aufgaben, die die Essenz eines Innovationsmanagementsystems darstellen:

 

Aufgabe 1: Innovationsstrategie und Innovationsfelder festlegen

Ausgehend von der Unternehmensstrategie muss im Unternehmen die Innovationsstrategie definiert werden. Damit wird der Innovationsfokus unter Zugrundelegung der Unternehmensstrategie festgelegt. So muss man sich beispielsweise folgende Fragen stellen: Möchte man Kostenführer oder eher Qualitätsführer sein? Will man der Erste am Markt oder eher »Follower« sein? Will man Marktanteile in bestehenden Märkten gewinnen oder doch in neue Märkte vordringen? Man muss sich fragen, welche Kernkompetenzen für das Unternehmen in Zukunft besonders wichtig sein werden, in welchen Märkten in Zukunft welche Dienstleistungen beziehungsweise Produkte angeboten werden sollen, welche technologischen Entwicklungen relevant sind beziehungsweise relevant werden oder wie sich die Märkte entwickeln werden. Letztendlich wird es notwendig sein, den Innovationsfokus beziehungsweise die Innovationsfelder zu definieren. In welchen Bereichen wird es im nächsten Jahr besonders wichtig sein, Verbesserungen zu finden und Neues zu implementieren? Und vor allem auch: Welche Ressourcen (Personen und Budget) werden zur Erreichung der Innovationsziele eingesetzt beziehungsweise geplant?

‍Um den Kunden innovative Lösungen anbieten zu können, muss man zuerst ihre Bedürfnisse kennen

Aufgabe 2: Analyse der Kundenbedürfnisse

Die Bedürfnisse der Kunden von Unternehmen stellen die Basis jeder am Markt ausgerichteten erfolgreichen Innovation dar! Wer kennt die Aussage von Theodore Levitt nicht? »Kunden wollen keinen Bohrer kaufen. Sie wollen ein Loch in der Wand.« Nur die wenigsten Menschen werden sich ohne Grund für Leistungen beziehungsweise Produkte von Unternehmen interessieren. Die Kunden interessiert nur, welchen Nutzen oder Vorteil sie selbst davon haben. Ein Fischer kauft ja auch nicht einfach einen Köder. Er kauft den großen Fisch, den er damit fangen will!

Aber ganz ehrlich – welches Unternehmen lebt nach dieser Devise? Auf einer typischen Website eines Unternehmens aus dem Facility Management beispielsweise werden in der Regel ausschließlich Leistungen wie zum Beispiel Verpflegung, Gebäudereinigung, Gebäudetechnik aufgelistet. Meist ist sogar der Menüpunkt mit »Leistungen« beschrieben. Es ist aber wichtig, den Kunden keine Leistungen oder Produkte zu verkaufen! Kunden wollen Lösungen und Nutzen!

Um den Kunden Lösungen und Nutzen anbieten zu können, muss man aber zuerst wissen, wo der »Schuh drückt«. Um das herauszufinden, bedarf es einer Kundenbefragung unter Anwendung spezieller Methodiken. Wenn man seinem Kunden Lösungen zu konkreten Aufgabenstellungen anbietet, für die er bisher keine zufriedenstellenden Lösungen hatte, dann wird man Folgendes bewirken: Kundenbegeisterung und letztendlich Kundenbindung!

Aufgabe 3: Kreativität und Ideenfindung

Mit den Ergebnissen aus den Aufgaben 1 und 2 werden im nächsten Schritt in Problemlösungs- und Kreativworkshops Innovationsideen erarbeitet, bewertet und in Form von Grobkonzepten dargestellt. Kreative Ideen sind gefragt, denn diese sind für die Mehrheit der Unternehmen entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Im Tagesgeschäft werden aber oft schnelle und pragmatische Ideen zur Meisterung diverser Herausforderungen bevorzugt. Man versucht, rasch eine Lösung zu finden, und beginnt so schnell als möglich mit der Umsetzung. Im Nachhinein oder noch während der Umsetzung stellt sich aber oft heraus, dass die Idee sehr viele Schwachstellen beinhaltet und doch nicht so gut ist wie ursprünglich gedacht. Das überrascht nicht sonderlich – die erste Idee ist ja meistens nicht die beste Idee.

‍Kreative Ideen sind entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Auch bei der Ideenfindung ist es wichtig, den Kundennutzen im Blick zu behalten

Ein Sprichwort lautet: »Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.« Auch Unternehmen sollten manchmal beim Denken die Richtung ändern und sich fragen, wie ihre Kunden denken. Es ist wichtig, nicht die erste Idee, die einem einfällt, umzusetzen, sondern nach sehr vielen Alternativen zu suchen und sich erst dann für die beste Idee zu entscheiden. Und keine Angst: Man muss selbst nicht kreativ sein, um bahnbrechende Ideen zu entwickeln. Keineswegs! Kreativität und kreative Techniken sind lern- und trainierbar.

Aufgabe 4: Ausarbeitung der Detailkonzepte und Umsetzung der  Innovationsprojekte

Auf jeden Fall darf bei der Umsetzung (auch bei noch so kleinen  Innovationsprojekten) auf einen Zeitplan, die Definition der Verantwortlichkeiten und eine Kostenschätzung nicht verzichtet werden. Da ein professionelles Projektmanagement sehr aufwendig sein kann, sollte es nur für Innovationen ab einer gewissen kritischen Größe angewendet werden. Die Frage, ob diese kritische Größe erreicht ist, ergibt sich aus der Projektdauer, dem Projektumfang, den Kosten und den Projektrisiken. Da sich die Aufgabe 4 mit guten Fachexperten für die Erstellung der Detailkonzepte und Projektmanagern zur Planung und Umsetzung der Projekte sehr einfach lösen lässt, bedarf es hier keiner weiteren Erklärungen. Das Controlling der einzelnen Innovationsprojekte kann sehr gut in der Aufgabe 5 erledigt werden.

Aufgabe 5: Überprüfung des Innovationserfolges und des Fortschritts der Innovationsprojekte

In regelmäßigen Abständen (mehrmals pro Jahr) sollte man die in der Aufgabe 1 festgelegten Ziele beziehungsweise die dahinterliegenden Kennzahlen überprüfen. Aber nur messen, um zu messen, ist der falsche Weg. Daher soll die Anwendung von Kennzahlen sehr kritisch betrachtet werden. Kennzahlen müssen sehr individuell an das jeweilige Unternehmen angepasst werden. Das kann zum Beispiel der Umsatz mit neuen Services beziehungsweise Produkten sein, die durchschnittliche Entwicklungszeit oder die Anzahl der Innovationsprojekte, die die gesteckten Ziele erreichen.

‍Eine positive Innovations- und Veränderungskultur im Unternehmen erreicht man, indem man sich auf allen Ebenen dafür einsetzt

Oft stellt sich die Frage, wie es denn am besten möglich ist, in einem Unternehmen jene positive Innovations- und Veränderungskultur zu entwickeln, die die Basis für erfolgreiche Innovationen darstellt. Hier kann man nur eine Antwort geben: Man muss etwas dafür tun! Fragt man Geschäftsführer von Unternehmen, ob sie eine gute »Sicherheitskultur« haben, dann lautet die Antwort fast immer »Ja« - sie wird ja mit Vehemenz vom Kunden und vom Gesetzgeber gefordert.

Aber warum ist die Sicherheitskultur in den meisten Unternehmen gut ausgeprägt? Etwa weil man entsprechende  Ressourcen und Zeit dafür investiert? Oder weil das Management zu 100 Prozent dahintersteht? Weil man herausfordernde Ziele und eine Vision (wie zum Beispiel »zero is possible«) entwickelt hat? Weil die Ideen der Mitarbeiter zur Verbesserung der Sicherheit mit Freuden aufgenommen und ernst genommen werden? Weil man jeden im Unternehmen damit konfrontiert? Weil man die Entwicklung und den Fortschritt misst und Maßnahmen bei Fehlentwicklungen einleitet? Oder auch weil Erfolge gefeiert und belohnt werden! Die Antwort liegt auf der Hand. Und mit denselben Maßnahmen erreicht man auch eine positive Innovations- und Veränderungskultur?

Zwei relevante Fragen

Entscheidungsträger sollten sich zwei Fragen stellen: Welches Risiko geht man ein, wenn man innovativ ist? Und was kostet es auf lange Sicht, nicht innovativ zu sein? Gerade in der Dienstleistung werden in den nächsten Jahren unglaubliche Veränderungen auf unsere Unternehmen zukommen. Diese Veränderungen können nur gemeistert werden, wenn sehr strategisch und konsequent die Hausaufgaben zum Thema Innovation erledigt werden. Die konsequente Umsetzung der fünf vorgestellten Kernaufgaben ist der Startschuss für viele bahnbrechende und kundenbegeisternde Innovationen!

Thomas Kasper

Dipl.-Ing., ist Unternehmensberater mit Schwerpunkt Innovationsmanagement im Servicegeschäft und Gründer und Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Innovation bei Wissensdienstleistern.

In einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld ist die Notwendigkeit von Innovationen unbestritten. Man denke nur an die durch den unaufhaltsamen Trend der Digitalisierung und Industrie 4.0 bevorstehenden Herausforderungen und Entwicklungen. Oder an den immer heftiger werdenden (nicht zu gewinnenden) Wettkampf um die niedrigsten Stundensätze. Trotzdem haben bisher nur die wenigsten Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor ein nachhaltiges Innovationsmanagement installiert. Aber ohne das Setzen konkreter Maßnahmen in Sachen Innovation wird ein Unternehmen mittel- bis langfristig kaum überleben können. In diesem Beitrag wird dargestellt, wie sich Dienstleistungsunternehmen aufstellen sollen, um sich zu einem innovativen überlebensfähigen Unternehmen zu entwickeln.

Mehr als 70 Prozent der gesamten Wertschöpfung im deutschsprachigen Raum werden mit Dienstleistungen erbracht. Davon beträgt der Anteil der wissensintensiven Dienstleister mehr als 40 Prozent. Dazu zählen Facility Management, Industrieservice, technische Beratung und Forschung, Steuerberater, Rechtsanwälte, Versicherungen, Finanzdienstleister, Kommunikation, Werbung, Gesundheit, Kultur und viele mehr.

Innovation bedarf Kultur und Ressourcen

Innovation steht für Neuerung. Im Gegensatz zur Erfindung spielt nicht nur die Neuheit, sondern auch die erfolgreiche Umsetzung am Markt oder in der eigenen Organisation eine Rolle. Änderungen im und um das Unternehmen wie neue Technologien, Digitalisierung, Internationalisierung, neue Gesetze beziehungsweise behördliche Auflagen und so weiter sind Herausforderungen, bieten aber auch viele neue Chancen durch Innovation. Die Verbesserung oder Einführung von neuen Dienstleistungen, internen Prozessen oder Geschäftsmodellen bieten neue Ertrags- und Wachstumsmöglichkeiten. Und genau diese Potenziale sollen auch Dienstleistungsunternehmen nutzen. Innovation wird oft ausschließlich mit der Industrie, Google, Apple, 3M oder BASF in Verbindung gebracht. Doch Innovationen warten überall auf ihre Entdeckung.

Innovationen sind das Ergebnis kontinuierlicher und sehr strategischer Arbeit. Es bedarf daher der richtigen Unternehmenskultur genauso wie der notwendigen Ressourcen – aber es zahlt sich aus. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen: Es wird notwendig werden, Innovation zu leben!

Die fünf wichtigsten Aufgaben zu strategischen Entwicklungen

Erfolgreiche Unternehmen, die sich dem Thema Innovation verpflichtet fühlen, haben ein Innovationsmanagementsystem implementiert. Ein Innovationsmanagementsystem soll aus dem Marktumfeld, dem Technologieumfeld und dem Unternehmensumfeld Impulse und Ideen aufgreifen und diese in erfolgreiche Innovationen transferieren. Die Beschreibung eines solchen Systems ist sehr umfassend und würde den Umfang dieses Fachbeitrages sprengen. Deshalb beschränkt sich der Beitrag auf fünf wesentliche und laufend durchzuführende Aufgaben, die die Essenz eines Innovationsmanagementsystems darstellen:

 

Aufgabe 1: Innovationsstrategie und Innovationsfelder festlegen

Ausgehend von der Unternehmensstrategie muss im Unternehmen die Innovationsstrategie definiert werden. Damit wird der Innovationsfokus unter Zugrundelegung der Unternehmensstrategie festgelegt. So muss man sich beispielsweise folgende Fragen stellen: Möchte man Kostenführer oder eher Qualitätsführer sein? Will man der Erste am Markt oder eher »Follower« sein? Will man Marktanteile in bestehenden Märkten gewinnen oder doch in neue Märkte vordringen? Man muss sich fragen, welche Kernkompetenzen für das Unternehmen in Zukunft besonders wichtig sein werden, in welchen Märkten in Zukunft welche Dienstleistungen beziehungsweise Produkte angeboten werden sollen, welche technologischen Entwicklungen relevant sind beziehungsweise relevant werden oder wie sich die Märkte entwickeln werden. Letztendlich wird es notwendig sein, den Innovationsfokus beziehungsweise die Innovationsfelder zu definieren. In welchen Bereichen wird es im nächsten Jahr besonders wichtig sein, Verbesserungen zu finden und Neues zu implementieren? Und vor allem auch: Welche Ressourcen (Personen und Budget) werden zur Erreichung der Innovationsziele eingesetzt beziehungsweise geplant?

‍Um den Kunden innovative Lösungen anbieten zu können, muss man zuerst ihre Bedürfnisse kennen

Aufgabe 2: Analyse der Kundenbedürfnisse

Die Bedürfnisse der Kunden von Unternehmen stellen die Basis jeder am Markt ausgerichteten erfolgreichen Innovation dar! Wer kennt die Aussage von Theodore Levitt nicht? »Kunden wollen keinen Bohrer kaufen. Sie wollen ein Loch in der Wand.« Nur die wenigsten Menschen werden sich ohne Grund für Leistungen beziehungsweise Produkte von Unternehmen interessieren. Die Kunden interessiert nur, welchen Nutzen oder Vorteil sie selbst davon haben. Ein Fischer kauft ja auch nicht einfach einen Köder. Er kauft den großen Fisch, den er damit fangen will!

Aber ganz ehrlich – welches Unternehmen lebt nach dieser Devise? Auf einer typischen Website eines Unternehmens aus dem Facility Management beispielsweise werden in der Regel ausschließlich Leistungen wie zum Beispiel Verpflegung, Gebäudereinigung, Gebäudetechnik aufgelistet. Meist ist sogar der Menüpunkt mit »Leistungen« beschrieben. Es ist aber wichtig, den Kunden keine Leistungen oder Produkte zu verkaufen! Kunden wollen Lösungen und Nutzen!

Um den Kunden Lösungen und Nutzen anbieten zu können, muss man aber zuerst wissen, wo der »Schuh drückt«. Um das herauszufinden, bedarf es einer Kundenbefragung unter Anwendung spezieller Methodiken. Wenn man seinem Kunden Lösungen zu konkreten Aufgabenstellungen anbietet, für die er bisher keine zufriedenstellenden Lösungen hatte, dann wird man Folgendes bewirken: Kundenbegeisterung und letztendlich Kundenbindung!

Aufgabe 3: Kreativität und Ideenfindung

Mit den Ergebnissen aus den Aufgaben 1 und 2 werden im nächsten Schritt in Problemlösungs- und Kreativworkshops Innovationsideen erarbeitet, bewertet und in Form von Grobkonzepten dargestellt. Kreative Ideen sind gefragt, denn diese sind für die Mehrheit der Unternehmen entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Im Tagesgeschäft werden aber oft schnelle und pragmatische Ideen zur Meisterung diverser Herausforderungen bevorzugt. Man versucht, rasch eine Lösung zu finden, und beginnt so schnell als möglich mit der Umsetzung. Im Nachhinein oder noch während der Umsetzung stellt sich aber oft heraus, dass die Idee sehr viele Schwachstellen beinhaltet und doch nicht so gut ist wie ursprünglich gedacht. Das überrascht nicht sonderlich – die erste Idee ist ja meistens nicht die beste Idee.

‍Kreative Ideen sind entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Auch bei der Ideenfindung ist es wichtig, den Kundennutzen im Blick zu behalten

Ein Sprichwort lautet: »Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.« Auch Unternehmen sollten manchmal beim Denken die Richtung ändern und sich fragen, wie ihre Kunden denken. Es ist wichtig, nicht die erste Idee, die einem einfällt, umzusetzen, sondern nach sehr vielen Alternativen zu suchen und sich erst dann für die beste Idee zu entscheiden. Und keine Angst: Man muss selbst nicht kreativ sein, um bahnbrechende Ideen zu entwickeln. Keineswegs! Kreativität und kreative Techniken sind lern- und trainierbar.

Aufgabe 4: Ausarbeitung der Detailkonzepte und Umsetzung der  Innovationsprojekte

Auf jeden Fall darf bei der Umsetzung (auch bei noch so kleinen  Innovationsprojekten) auf einen Zeitplan, die Definition der Verantwortlichkeiten und eine Kostenschätzung nicht verzichtet werden. Da ein professionelles Projektmanagement sehr aufwendig sein kann, sollte es nur für Innovationen ab einer gewissen kritischen Größe angewendet werden. Die Frage, ob diese kritische Größe erreicht ist, ergibt sich aus der Projektdauer, dem Projektumfang, den Kosten und den Projektrisiken. Da sich die Aufgabe 4 mit guten Fachexperten für die Erstellung der Detailkonzepte und Projektmanagern zur Planung und Umsetzung der Projekte sehr einfach lösen lässt, bedarf es hier keiner weiteren Erklärungen. Das Controlling der einzelnen Innovationsprojekte kann sehr gut in der Aufgabe 5 erledigt werden.

Aufgabe 5: Überprüfung des Innovationserfolges und des Fortschritts der Innovationsprojekte

In regelmäßigen Abständen (mehrmals pro Jahr) sollte man die in der Aufgabe 1 festgelegten Ziele beziehungsweise die dahinterliegenden Kennzahlen überprüfen. Aber nur messen, um zu messen, ist der falsche Weg. Daher soll die Anwendung von Kennzahlen sehr kritisch betrachtet werden. Kennzahlen müssen sehr individuell an das jeweilige Unternehmen angepasst werden. Das kann zum Beispiel der Umsatz mit neuen Services beziehungsweise Produkten sein, die durchschnittliche Entwicklungszeit oder die Anzahl der Innovationsprojekte, die die gesteckten Ziele erreichen.

‍Eine positive Innovations- und Veränderungskultur im Unternehmen erreicht man, indem man sich auf allen Ebenen dafür einsetzt

Oft stellt sich die Frage, wie es denn am besten möglich ist, in einem Unternehmen jene positive Innovations- und Veränderungskultur zu entwickeln, die die Basis für erfolgreiche Innovationen darstellt. Hier kann man nur eine Antwort geben: Man muss etwas dafür tun! Fragt man Geschäftsführer von Unternehmen, ob sie eine gute »Sicherheitskultur« haben, dann lautet die Antwort fast immer »Ja« - sie wird ja mit Vehemenz vom Kunden und vom Gesetzgeber gefordert.

Aber warum ist die Sicherheitskultur in den meisten Unternehmen gut ausgeprägt? Etwa weil man entsprechende  Ressourcen und Zeit dafür investiert? Oder weil das Management zu 100 Prozent dahintersteht? Weil man herausfordernde Ziele und eine Vision (wie zum Beispiel »zero is possible«) entwickelt hat? Weil die Ideen der Mitarbeiter zur Verbesserung der Sicherheit mit Freuden aufgenommen und ernst genommen werden? Weil man jeden im Unternehmen damit konfrontiert? Weil man die Entwicklung und den Fortschritt misst und Maßnahmen bei Fehlentwicklungen einleitet? Oder auch weil Erfolge gefeiert und belohnt werden! Die Antwort liegt auf der Hand. Und mit denselben Maßnahmen erreicht man auch eine positive Innovations- und Veränderungskultur?

Zwei relevante Fragen

Entscheidungsträger sollten sich zwei Fragen stellen: Welches Risiko geht man ein, wenn man innovativ ist? Und was kostet es auf lange Sicht, nicht innovativ zu sein? Gerade in der Dienstleistung werden in den nächsten Jahren unglaubliche Veränderungen auf unsere Unternehmen zukommen. Diese Veränderungen können nur gemeistert werden, wenn sehr strategisch und konsequent die Hausaufgaben zum Thema Innovation erledigt werden. Die konsequente Umsetzung der fünf vorgestellten Kernaufgaben ist der Startschuss für viele bahnbrechende und kundenbegeisternde Innovationen!

Thomas Kasper

Dipl.-Ing., ist Unternehmensberater mit Schwerpunkt Innovationsmanagement im Servicegeschäft und Gründer und Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Innovation bei Wissensdienstleistern.

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